Musik aus Süditalien

 

Italien ist in der Musik vor allem vor allem als klassisches Opernland berühmt.

Namen wie Bellini, Donizetti, Mascagni, Rossini, Puccini, Verdi kennt die ganze Welt.

 

Richard Wagner reiste oft durch Süditalien und starb 1883 im venezianischen Palazzo Vendramin.

 

Aber seinen Zeitgenossen Giuseppe Verdi konnte er nicht leiden.

Cosima notierte über ihre Gespräche mit Richard:

„Verdi, das soll Musik sein ?“ Dazu lachten beide hämisch.

 

Rossini jedoch, der die temperamentvolle Komödie „Barbier von Sevilla“ komponierte, traf  der deutsche Komponist gern und schrieb einen längeren Bericht darüber.

Sein musikalisches Vorbild war der empfindsame Vincenzo Bellini, dessen melodische Einfälle er besonders schätzte.

 

Doch was hatte er gegen Verdi?

Der italienische Meister war dramatischer Realist und verzichtete weitgehend auf geheimnisvolle Klangwirkungen.

Er hatte keine Antenne für die musikalischen Mystik des deutschen Magiers und starken Romantikers, in der mittelalterliche Sagen eine Hauptrolle spielen,

vor allem Wolfram von Eschenbachs Meisterwerk „Parzival“.

 

Mehr dazu findet man hier: "Richard Wagner".

 

Die bekannteste Musik aus Süditalien sind die "Canzoni Napoletane".

 

Die neapolitanischen Lieder gehören zum Repertoire aller berühmten Belcantosänger, von Caruso bis Domingo.

Je nach künstlerischer Kraft bekommt man ordinäre Schnulzen zu hören, verstärkt vielleicht noch durch ein triefend sentimentales Orchester - oder so wie hier, eine makellose Reihe von bewegenden Miniaturdramen.


Carlo Bergonzi war 1972 auf der Höhe seiner glanzvollen Stimmkraft. Auf seiner CD mit neapolitanischen Liedern hört man außerdem eine schlanke, federnd präzise Orchesterbegleitung, die ohne künstliche emotionale Drücker die Intensität der Stücke vertieft.

Für alle Lieder hat man ein gemessenes, feierliches Tempo gewählt, das jedoch nie verschleppt wird. Die getragenen Tempi sind in der Musik ein bewährtes Mittel, um eine elegische, tief empfundene Atmosphäre zu vermitteln. Dabei entfaltet sich eindrucksvoll Bergonzis edle, kraftvoll leuchtende Stimme, die jedes Wort auskostet, ohne dabei maniriert zu wirken.


So werden aus Gassenhauern plötzlich kleine Musikdramen.

Zu Beginn gibt es das „undankbare Herz“ (Core‘ngrato), es vereinigt Wehmut und Schmerz einer trauernden Seele, und ganz zum Schluß wird sogar die bekannte, abgenudelte „Rückkehr nach Sorrent“ (Torna a Surriento) zu einem Monument dunkler Melancholie und des Weltschmerzes.

Zwischen diesen beiden Polen hört man acht weniger bekannte Lieder, alle ausdrucksvoll zelebriert mit Noblesse, Geschmack und feuriger Italianitá.

Dazu assoziert man Bilder der Erinnerung - das Mittelmeer, das auch schon die Hitze Nordafrikas aufnimmt, die gleißende Sonne und die Schönheit alter Städte und Landschaften, die schon in der Antike das Fundament der europäischen Hochkulturen waren.

 

Claudio Villa singt:

 

"Ne sera maggio"

              

https://www.youtube.com/watch?v=cnS8ZRW0Ekk

 

Hier ist ein ausführlicher Bericht über diese Lieder:

 

http://mind-panorama.de/website-tiefer-klang/lieder.html

 

Meine Geburtsstadt Pomarico liegt auf halber Strecke zwischen Neapel und der östlichen Hafenstadt Brindisi.


Dort könnte man auch stimmungsvolle Liederfestivals mit neapolitischen Liedern veranstalten, die sicherlich Interesse bei Besuchern in der ganzen Region finden.

 

Ein Zukunftsprojekt, das sich leicht verwirklichen lässt, wenn dabei auch Sponsoren mitmachen.