Hitze und Ozean

 

20.3.2013. In Süditalien kann es sehr heiß werden.

 

Deshalb kamen immer viele Besucher aus den grauen, kühlen nördlichen Ländern über die Alpen, um an überfüllten Stränden die Urlaubstage zu verbringen.

 

Attraktiv ist auch die große Freundlichkeit der einheimischen Bewohner, die gut an den zahlenden Gästen verdienen, sie anständig behandeln und am Ende froh sind, wenn die Fremden endlich wieder abreisten.

 

Doch die Hitze wird gemildert durch das Meer, das die Wirkung einer erfrischenden, natürlichen Wasserkühlung hat.

 

Es ist so wie mit Verwandten. Wenn der Erbonkel anreist, wird er umschmeichelt und verwöhnt.

 

Aber hinter seinem Rücken wird die Faust geballt und erleichtert aufgeatmet, wenn er wieder in den Zug steigt, dorthin, wo auch andere Verwandte ungeduldig auf ihn warten, damit auch sie nach seinem Ableben etwas mitbekommen.

 

So kann er fast kostenlos verreisen, und alle sind froh, dass möglichst viel vom Erbe für sie übrig bleibt.

 

Die Geier streiten sogar später noch um die Beute, aber es kann auch ganz anders kommen.

 

Manche Leute lassen sich frühzeitig mit einer Videokamera filmen, damit der Testamentvollstrecker der gesamten versammelten Verwandtschaft einen Film vorführen kann.

 

Darin sieht man den gutgelaunten Erblasser, wie er mit jedem Einzelnen abrechnet, ihn wegen seines heuchlerischen Charakters beschimpft und verkündet, dass sein gesamtes Vermögen für wohltätige Zwecke gespendet wird und niemand von den Anwesenden auch nur einen einzigen Cent bekommt.

 

Es gibt gute Weine in Süditalien, aber die besten Rebsorten entstehen im Norden, im Piemont und in der Toskana, wo die Jahrestemperaturen etwas gemäßigter sind.

 

Die Hitze am Mittelmeer bewirkt auch, dass die Bewohner Süditaliens als besonders feurig und leidenschaftlich gelten.

 

Typische Casanovas, mit einem hohen erotischen "Potenzial", das ihnen ein feuriges Aussehen gibt, vor dem Männer und Frauen dahinschmelzen wie Eis in der Sonne..

 

Nachts stehen die Männer mit Gitarren vor den Fenstern ihrer Freundinnen, und die Eifersucht führt leicht zu dramatischen Entwicklungen.

 

Ein musikalisches Meisterwerk behandelt diese Thematik:

 

Pietro Mascagnis „Cavalleria Rusticana“ (Die Ehre der Bauern).

 

Das Stück dauert nur knapp eine Stunde und konzentriert alle Ereignisse auf den Vormittag des Ostersonntags, in einem kleinen sizilianischen Dorf im östlichen Teil der Insel, 50 Kilometer entfernt von der Hafenstadt Catania.

 

Der junge Bauer Turiddu betrügt den reichen Fuhrunternehmer Alfio mit seiner leichtlebigen Frau Lola.

 

Dafür verlässt er seine Verlobte Santuzza, die ihm auf die Schliche kommt und ihn verrät.

 

Nach der Sonntagsmesse bietet Turiddu ein Glas Wein auch dem betrogenen Alfio an. Doch der weiß Bescheid und lehnt verächtlich ab.

 

Beim anschließenden Zweikampf stirbt Turiddu vor den Augen aller Dorfbewohner.

 

Das Stück endet mit einem lauten Tutti-Schlag sämtlicher Instrumente und einem lauten Aufschrei aller Anwesenden.

 

Während der Ostermesse schließt sich der Vorhang, und es erklingt eine hymnische Musik, die von den Möglichkeiten eines friedlichen Zusammenlebens handelt und von der Sehnsucht nach einer besseren Welt.

 

"Intermezzo Sinfonico"
           

https://www.youtube.com/watch?v=fZynaqyy7MI

 

Und hier ist die vollständige Aufführung aus dem Jahr 2009,

mit Béatrice Uria-Monzon, Roberto Alagna, Seng-Hyoun Ko, Stefania Toczyska.

           

https://www.youtube.com/watch?v=cx6USrLv6Q4

 

Pantheon in Rom
Pantheon in Rom